Die Inspiration

Die unsterbliche Liebe von Dante Alighieri und Beatrice Portinari als Fundament präraffaelitischer Kunst

Dramatische Nebellandschaft in den Bergen

Die unendliche Sehnsucht: Geistige Landschaften des Symbolismus.

Die "Vita Nuova" (Das Neue Leben)

Die fundamentale Quelle für Rossettis Meisterwerk ist die Vita Nuova, ein zwischen 1292 und 1294 entstandenes Werk des italienischen Dichters Dante Alighieri. In dieser Mischung aus Prosa und Lyrik verarbeitete Dante seine tiefe, fast religiöse Verehrung für Beatrice Portinari. Rossetti las diese Texte nicht nur, er atmete sie regelrecht: 1861 veröffentlichte er eine eigene, vielbeachtete englische Übersetzung des Werks, was seine lebenslange Besessenheit mit dem Stoff besiegelte.

Die erste und letzte Begegnung

Dante traf Beatrice laut den Überlieferungen nur ein einziges Mal flüchtig auf den Straßen von Florenz, als beide neun Jahre alt waren, und ein zweites Mal genau neun Jahre später. Beatrice heiratete einen anderen Mann und starb bereits 1290 im jugendlichen Alter von nur 24 Jahren. Diese Unerfülltheit und die Idealisierung der Frau als engelhaftes Wesen (Donna Angelicata) faszinierte die Präraffaeliten zutiefst und bildete den Gegenentwurf zur kühlen, rationalen Industriewelt des viktorianischen Englands.

Der Traum vom Tod

Das Gemälde fängt eine ganz bestimmte Schlüsselszene der Dichtung ein: Dante befindet sich in einem Zustand des Fieberwahns und hat eine schreckliche Vorahnung. Er träumt vom bevorstehenden Tod seiner geliebten Beatrice. In diesem Traum sieht er, wie Engel Beatrices Seele in den Himmel tragen und wie die Personifikation der Liebe selbst sie auf die Stirn küsst. Rossetti gelingt es, diesen transzendenten Moment zwischen irdischem Schmerz und spiritueller Ekstase auf die Leinwand zu bannen.

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"Ich sage, dass, seit sie diese Welt verlassen hat, unsere Stadt wie eine Witwe und aller Pracht beraubt daliegt."
— Dante Alighieri, Vita Nuova
Der Künstler

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Das Meisterwerk

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